Ex-Partner darf nur die Hälfte vom Konto abheben

ex partner kontoHaben sich Eheleute dazu entschieden, ihr gemeinsames Leben mithilfe eines Gemeinschaftskontos zu finanzieren, gehört das Kontoguthaben jeder Partei genau zur Hälfte. Diese Aussage trifft allerdings nur zu, wenn zuvor zwischen den Partner keine andere Vereinbarung geschlossen wurde. Sollte sich das Ehepaar scheiden lassen, darf ein Ehepartner auch nur über die Hälfte des Guthabens verfügen.

In einem aktuellen Fall kam es jedoch ganz anders. Eine Frau leerte nur zwei Tage nach der Trennung von ihrem Ehegatten das komplette Guthaben des gemeinsamen Kontos, welches das Paar in Polen führte. Stolze 3.800 Euro hob die Frau ab, um ihre neue Wohnung mit Möbeln und Elektrogeräten zu füllen. Zu ihrem Pech hatte ihr Ex-Mann jedoch ein Problem damit und er forderte daraufhin die Hälfte der Summe zurück.

Für das Gemeinschaftskonto gilt: 50/50

Auch das zuständige Gericht stimmte den Ehemann absolut zu. Denn gesetzlich sind die Ehepartner am entsprechenden Kontostand und vor allem am Guthabenstand zum Zeitpunkt der Scheidung zu gleichen Teilen beteiligt. Es ist also grundlegend so festgelegt, dass sich der Mann und die Frau im Falle einer Scheidung das Guthaben jeweils zur Hälfte teilen. Eine abweichende Regelung muss zuvor schriftlich festgehalten werden.

Verstößt ein Ehepartner gegen dieses Recht und hebt mehr als die Hälfte von einem Gemeinschaftskonto ab, so kann der geschädigte Partner einen Ausgleich fordern. Ein derartiger Anspruch entfällt jedoch, wenn der andere Partner beispielsweise die gemeinsamen Kinder versorgen muss. Wenn der für den Unterhalt zuständige Partner diesen Nachweis vorbringen kann, wird entschieden, dass der Geschädigte zum Wohle der Kinder mit dieser Maßnahme einverstanden ist.

In Bezug auf den obengenannten Fall wurde jedoch zu Gunsten des Ehemannes entschieden und die voreilige Frau musste die Hälfte der Ausgaben erstatten. In einem solchen Fall spricht man von einer sogenannten Kontoplünderung durch Angehörige. Der Täter handelt also ohne Einwilligung oder Kenntnisnahme des anderen Kontoinhabers, sodass dieser geschädigt wird.

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