Fragen und Antworten

Was ist ein P-Konto?
Der Begriff P-Konto bezeichnet das neue „Pfändungsschutzkonto“, das seit der Reform zum Kontopfändungsschutz (Juli 2010) erhältlich ist. Das P-Konto schützt bis zum gesetzlich festgelegten Freibetrag alle Zahlungseingänge auf dem Konto bei Eingang einer Pfändung. Es findet keine Kontosperrung durch die Bank statt, d.h. der Kontoinhaber kann weiterhin in Höhe des Freibetrags über sein Geld verfügen. Derzeit beträgt der Basisfreibetrag 1.073,88 Euro. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art von Zahlungseingängen (Gehalt, Rente, Hartz IV usw.) es sich handelt.
Beträge über den Freibetrag hinaus werden von der Bank abgeschöpft und zum Begleichen der Schulden an die Gläubiger überwiesen. Der Gläubiger erhält also nur dann eine Zahlung, wenn das Kontoguthaben höher als der Freibetrag ist.

Welche Vorteile bietet das P-Konto?
Im Falle eines Pfändungsbeschlusses erfolgt mit einem P-Konto keine Kontosperrung mehr. Der Kontoinhaber kann also weiterhin im Rahmen des pfändungsfreien Betrags über sein Geld verfügen und alle wichtigen Zahlgeschäfte des täglichen Lebens abschließen.
Zudem gilt der Pfändungsschutz nicht nur für Gehaltseingänge oder Sozialleistungen, sondern für sämtliche Kontogutschriften. Woher das Geld kommt, spielt keine Rolle. Alle Zahlungseingänge sind bis zur Höhe des Pfändungsfreibetrags geschützt.
Ein P-Konto kann außerdem von jedem Kontoinhaber schnell und unkompliziert eröffnet werden. Ein Gerichtsbeschluss dazu ist nicht nötig. Auch die Erhöhung des Freibetrags gestaltet sich einfach, denn es genügt eine Bescheinigung vom Arbeitgeber, der Familienkasse oder sonstigen Sozialleistungsträgern.

Wie kann der Basisfreibetrag erhöht werden?
Der Basisfreibetrag von 1.073,88 Euro kann bei Bedarf individuell erhöht werden. In der Regel ist das bei Unterhaltspflichten oder beim Empfang von Sozialleistungen (z.B. Kindergeld) der Fall.
Der Basisfreibetrag erhöht sich bei einer unterhaltspflichtigen Person um 404,16 Euro und bei jeder weiteren um jeweils 225,17 Euro.
Eine Bescheinigung des Arbeitgebers, der Familienkasse oder sonstiger Sozialleistungsträger (z.B. Krankenkasse) genügt, um den Basisfreibetrag zu erhöhen. Die Bescheinigung ist bei der Bank im Original einzureichen.
Auch Steuerberater, Rechtsanwälte und anerkannte Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen sind dazu berechtigt, Bescheinigungen zur Erhöhung des Freibetrags auszustellen. Oftmals wird hierfür dann allerdings eine Gebühr fällig.
Auch eine einmalige Erhöhung (z.B. zur Weihnachtszeit) oder eine individuelle Erhöhung (z.B. bei gesundheitlich bedingtem Mehraufwand wegen Krankheiten) des Freibetrags kann beantragt werden. In diesem Fall ist das Vollstreckungsgericht der richtige Ansprechpartner.

Eine Musterbescheinigung zur Erhöhung der Freibeträge können Sie hier herunterladen.

Muss der geschützte Betrag sofort abgehoben werden oder kann man mit dem Guthaben Überweisungen und Daueraufträge tätigen?
Durch den Pfändungsschutz wird das P-Konto nicht wie Standard-Konten bei einer Pfändung blockiert und das Geld wird nicht abgeschöpft. Das bedeutet, dass dem P-Konto-Kunden mindestens ein Freibetrag von 1.073,88 Euro zur freien Verfügung zusteht. Der Kontoinhaber kann in diesem Rahmen daher Daueraufträge einrichten und Überweisungen tätigen, ohne befürchten zu müssen, dass das Geld nicht beim Empfänger ankommt.

Für wen eignet sich das P-Konto?
Die Folgen eines gerichtlichen Pfändungsbescheids lassen nicht lange auf sich warten. Wurde kein Pfändungsschutz für das Konto eingerichtet, wird das Guthaben umgehend gepfändet.
Wer einen gerichtlichen Pfändungsbescheid erhalten hat, sollte daher möglichst schnell ein P-Konto beantragen. Nur so kann der Basisfreibetrag geschützt werden. Das Pfändungsschutzkonto kann bis zu vier Wochen nach Erhalt der Pfändung eingetragen werden.
Für verschuldet Personen, die eine Pfändung erwarten, ist es sehr ratsam, das P-Konto vorsorglich einzurichten. So kann man böse Überraschungen vermeiden und gerät nicht in Termindruck.

Wer erhält ein P-Konto?
Jeder Kontoinhaber hat das Recht darauf, sein bestehendes Girokonto in ein pfändungssicheres P-Konto umwandeln zu lassen. Der Anspruch auf die Umwandlung eines bestehenden Kontos in ein P-Konto wird vom Gesetzgeber garantiert und besteht gegenüber jeder Bank.
Dieses Recht gilt jedoch nur für bestehende Girokonten. Leider sind Banken in Deutschland nicht dazu verpflichtet, der Eröffnung eines neuen Girokontos zuzustimmen.
Verweigert die Bank die Einrichtung des P-Kontos für ein bestehendes Girokonto, sollte dies unbedingt schriftlich festgehalten und an die Verbraucherzentrale weitergegeben werden.

Wie eröffnet man ein P-Konto?
Das P-Konto kann vor der Pfändung jederzeit beantragt werden. Hat man einen Pfändungsbescheid erhalten, ist die vier Wochen Frist, in der ein Pfändungsschutzkonto noch eingetragen werden kann, zu beachten. Der Pfändungsschutz gilt dann auch rückwirkend für den Kalendermonat, in dem das Konto gepfändet wurde.